Freitag, 2. Juli 2010

WM, Vatertag & Mexiko


















Natürlich kann ich auch in der Ferne stolz die Spiele unserer Nationalmannschaft verfolgen. Außer das Spiel gegen Ghana konnte ich jedes gucken. Nicht ganz so der Hit ist die Zeitverschiebung. Morgens um 5:30 und um 8:00 schmeckt das dazugehörige Bier einfach nicht so gut, wie am Abend. Zum Spiel gegen England lotzte ich alle ins "Mocking Bird". Der Fernseher und der Empfang sind zwar nicht so der Hit, aber ich mag die Location und den Besitzer. Bei schlechtem Bild schlägt man mit dem Bierglas auf den Tisch des Fernsehers, es flackert kurz und wird wieder besser. Auf Bild 1 der Trupp von Jatun Sacha beim kollektivem Fußballgucken. Vier Tage nachdem ich mich im Blog über die Anwesenheit sympatischer männlicher Unterstützung unter all den Frauen im Internet beschwerte, sind gleich 4 neue angekommen. Ganz links im Bild z.B. ein Puerto Ricaner mit deutscher Mutter...ganz klar auf welcher Seite er beim Spiel stand. Leicht beschwippst ging's kurz zum Mittagessen kochen ins Hostel. Zum 2. Spiel des Tages: Mexiko - Argentinien waren wir wieder pünktlich im Mocking Bird. Die Mexikanerinnen sorgten für die Fanaustattung, bemalten die alle fußballbegeisterten Volunteers. Die vorige Nacht und das Bier zum Frühstück ließen meine Augen fast zufallen, ich musste sie verbergen (Bild 2).
























Eine Woche zuvor (Vatertag) ging ich morgens alleine zwecks Frühstück und Fußball zu "Happy - Man Breakfast". Der Laden heißt nicht so, aber der Besitzer ist super freundlich und lacht und grinst den ganzen Tag... Dort traf ich dann Ronald und José vom Festland. Ich hatte sie bei einem anderen Match mit ihnen ein Bierchen getrunken. Ronald war schon mal in Bonn und Hamburg und erzählte mir seine halbe Lebensgeschichte auf Spanisch, er kann kein Englisch. Danach lud er mich ein, den Vatertag mit ihm und seinen Freunden zu verbringen. Mit Bier und Hummer. Es war mittlerweile halb zehn und ich sagte zu. Wir gingen ins Mocking Bird. Da in Ecuador seit 1 Woche wegen Gewaltausschreitungen und Randale ein Verbot herrschte, sonntags in der Öffentlichkeit Alkohol zu verkaufen und auszuschenken, gab's das Pilsener Grande zuerst in Kaffeetassen. Wegen der herannahenden Streife mussten wir allerdings die Kneipe verlassen und auf den Hinterhof wechseln (Bild 3).





















Ronald spielte Gitarre, der Besitzer ganz links schenkte laufend nach und wir unterhielten uns, soweit das ging, wieder sprach keiner Englisch, für mein Spanisch aber förderlich. Gegen 13:00 wurde dann zu Tisch gebeten: Als Vorspeise Hummersuppe mit ganzen Stücken (Bild 4).
























Die Tiere hatte "Nogmo" (auf Bild 3 im Hintergrund) zwei Nächte zuvor per Hand gefangen. Es schmeckte hervorragend (Bild 5).

























Danach servierte die Frau des Besitzers leckeren Gemüsereis, frittierte Kochbananenscheiben und Hummer in Kokosnusssoße...köstlich. Später fuhren wir zum Strand. Ronald spielte dann weiter Gitarre, wir anderen ruhten uns aus. Mein Lieblingslied war sein " Kansas - Dust in the wind" auf Spanisch. Wir verstanden uns gut und hatten viel Spaß. Daraus resultiert folgende Einladung:
Wenn Ruven und Thomas in Guayaquil ankommen, holen uns Ronald und José vom Flughafen ab und wir fahren in ihr Dorf. Dort werden wir mit einem kleinen Fest empfangen, können auch umsonst übernachten. Ein gebührender Empfang für die beiden, mit dem kleinen Nachteil, dass wahrscheinlich alle nur spanisch sprechen. Ich bin mal gespannt, wie das wird!

























Während der Woche war ich mit 2 anderen an meinem Projekt beschäftigt. Auf dem Rückweg fragte mich einer der neuen Jungs, was für eine Frucht dies sei (Bild 6). Ich erklärte ihm, es sei "Noni", eine zu medizinischen Zwecken nutzbare Frucht. Laut der Galapagenios lässt sich damit auch Krebs heilen. Allerdings mit folgendem Problem (Zitat eines Angestellten): "Noni tastes and smells like ass!" Die Frage, ob man diese Frucht wie ein Apfel essen könne, nutze ich zu der Erstellung folgenden Videos (Video 1). Nicht ganz fair, aber lustig. Ich habe die Frucht mal im Maracujasaft probiert. Sie schmeckt auch mit der Passionsfrucht als Gegenpart scheußlich.








Es gibt noch eine erwähnenswerte Neuigkeit. Die Mexikanerinnen Maria & Marianna haben mir seit 3 Wochen immer mal wieder von ihrem Heimatland vorgeschwärmt, von den Sehenswürdigkeiten, den Menschen, der Vegetation, dem Essen, einfach von allem. Dazu gab's auch jedes Mal eine Einladung bzw. Aufforderung, meinen Flug umzubuchen und im Anschluss an Ecuador nach Mexiko zu kommen. Aus ursprünglichen 2 Wochen, wurden irgendwann 4 und letzendlich wurde empfohlen, mir 6 Wochen Zeit zu nehmen, um "das Wichtigste" erleben zu können. Gestern Abend nach dem euphorisierenden Deutschlandspiel (und anschließendem Bier-Grill und Gitarrengelage mit den beiden, Ronald, José und bei Happy-Man) war es dann soweit, ich habe die Flüge um- bzw. gebucht. So werde ich also die Zeit von Ende August bis Anfang Oktober in Mittelamerika verbringen. Freies Wohnen, Essen, Trinken, Sight-Seeing, Party, uvm... Zuvor fragte ich natürlich mehrmals, ob sie sich wirklich sicher seien, da ich in dieser Zeit durch die Umbuchung der Flüge wirklich kaum Geld zur Verfügung haben würde. Sie bestätigten nachdrücklich, es sein kein Problem. Irgendwann habe ich ihnen, nach einigen Cuba Libre, entlocken können, dass sie anscheinend sehr wohlhabend sind, Köche, Chauffeure, Gärtner, usw. haben. Noch ein Bar Gläschen später erfuhr, ich dass der Vater sogar mal einen Satteliten besessen hat (bevor dieser von der Regierung enteignet/abgekauft wurde). Sie wollen mir unbedingt die Pyramiden zeigen, ihr Strandhaus in Akkapulco und den Tequila-Zug. Ich muss also kein schlechtes Gewissen haben, dass ich denen die Haare vom Kopf esse. Auch darf ich auf keinen Fall die 200 - Jahrsfeier der Mexikanischen Unabhängigkeit und den Geburtstag von Mariaund ihrem Vater verpassen.
Da die beiden unter der Woche studieren, bleibt mir aber auch genug Zeit, um meine BPS - Arbeit anzufertigen und mich auf die ausstehenden mündlichen Prüfungen vorzubereiten.

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