Freitag, 16. April 2010

Abschied, Überfall & Cuy vom Grill


Gestern Nacht haben wir den Abschied des besten Mannes vor Ort gefeiert. Von Stefan, einem Schweizer, aus einer anderen Sprachschule (Bild 1: Vorbereitung für´s Rafting, einer spektakulären Schlauchbootfahrt auf einem malerischen Fluss am vorletzten Wochenende). Kennengelernt habe ich ihn durch Zufall. Über den Ami und die Deutsche, die mir bei den Thermalquellen begegneten. Ohne ihn wär die Zeit hier nicht mal halb so toll gewesen. Wir verstanden uns von Anfang an super gut und trafen uns jeden Abend zum Essen und / oder auf ein "Pilsener Grande" (ein leckeres und günstiges ecuadorianisches Bier, das es in der großen Ausführung in 600 cm³ - Flaschen gibt).

















Mit Stefan und drei Neuankömmlingen zogen wir abends los. Angefangen bei einem Laden namens "Asya". Der Laden ist der schmutzigste in ganz Mariscal, dazu noch am schlechtesten eingerichtet. Die Toiletten zum Beispiel waren bei unserem ersten Besuch schon schlimm und kaputt. Zwischendurch hing die Tür nur noch an einem Schanier und mittlerweile gibt es gar keine mehr. Andere Gringos (leicht abwertende Bezeichnung für Weiße) sind dort zu keiner Zeit anzutreffen. Allerdings wird der Schuppen von einem Inder und seinem Freund aus Bangladesh betrieben. Die Freundlichkeit der beiden kombiniert mit den höchst ansehnlichen Salsa-Tanzkünsten der Einheimischen und dem unschlagbaren Preis von umgerechnet 90 Cent pro Pilsener Grande, ließ uns in der gemeinsamen Zeit immer mal wieder im "Asya" vorbeischauen.
Danach steigerten wir das Niveau von Lokal zu Lokal bis wir schließlich in der Edeldisco "Sky-Lounge" landeten - Cuba Libre vom Feinsten und gute Musik. Die drei anderen gingen irgendwann nach Hause, Stefan und ich blieben bis zum Schluss. Er wohnt bei einer Familie etwas außerhalb, zu Fuß ca. 10 -12 Minuten. Allerdings wird dazu geraten, zwischen 22:00 und 8:00 die bewachten Plätze und Straßen zu Fuß nicht zu verlassen. Für mich nie ein Problem. Im Umkreis von 5 Gehminuten um meine Wohnung gibt es ohne Übertreibung ca. 50 Bars, Kneipen, Discos und Cafe´s. Dazu noch mal die gleiche Anzahl von Essständen und Restaurants.
Stefan nahm also wie immer ein Taxi nach Hause.
Ich hatte mich schon hingelegt war beinahe eingeschlafen, da rief er mich an. Die Geschichte, die er mir mit leicht zittiger Stimmte erzählte war schon heftig:
Der Taxifahrer fuhr einen etwas anderen Weg als sonst und hielt an einer Ecke an. Plötzlich wurden die Türen aufgerissen, und 3 Typen stiegen ein. Zuerst bekam er ein paar Schläge ins Gesicht, dann Pfefferspray in die Augen und ein Messer an den Hals gehalten. Er wurde komplett durchsucht, all sein Bargeld und die Wertgegenstände entwendet. Anschließend schmissen sie ihn irgendwo raus. Das Pfefferspray verhinderte die Indentifikation des registrierten und eigentlich seriösen Taxis per Nummernschild. Nachdem er irgendwann wieder sehen konnte, nahm er ein anderes Taxi nach Hause. So ein Erlebnis in seiner letzten Nacht...
Heute Abend ging sein Flug in die Schweiz. Ich bin mal gespannt, ob er Probleme durch die Aschewolken bekommt.


Erfreulicher war dagegen mein letzter Schultag. Es gab das berühmte "Cuy", das Meerschweinchen vom Grill. Allerdings nicht ganz typisch gepfählt, sondern vom Rost (Bild 2).

















Noch leicht angeschlagen vom letzten Abend erreichte ich die Schule. Die Lehrer und Angestellten waren bereits bei der Zubereitung. Die Schüler schossen eifrig Fotos.


















Auf Bild 3 ist etwas besser zu erkennen, um was es sich genau handelt. Etwas später wurden auch noch Innereien, wie Herz, Leber und sogar Lunge auf den Grill geschmissen. Ich hatte Glück, bekam einen kräfigen Schenkel (Bild 4).
Dazu gab es Kartoffeln, eine halbe Avokado, Salat und eine köstliche Erdnusssoße. Geschmacklich ist Meerschweinchen etwa wie eine Kombination aus Hühnchen und Kanninchen einzuordnen.

















Am Montagmorgen geht´s dann zum eigentlichen Ziel meiner Reise, die Galapagosinseln warten. Gerade jetzt, wo ich Quito und die Möglichkeiten vor Ort schätzen gelernt habe. Aber wie schon erwähnt, ohne die richtigen Leute ist es nur halb so amüsant. Stefan werde ich wahrscheinlich im September in Zürich wiedersehen. Dort findet dieses Jahr der Tropentag statt, die Fachhochschule startet eine Exkursion dorthin.

5 Kommentare:

  1. Oh nein mec du kannst doch kein meerschwein essen!!!!! Das ist ja schrecklich!!!!!

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  2. Pfui!! Erst streicheln, dann verspachteln... du bist je Einer! :-)

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  3. Warum soll es schrecklich sein,wenn Jannis Meerschweinchen isst? Ich finde, dass es nicht schlimmer ist als Schwein, Rind, Huhn, Kaninchen, etc. zu essen...

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  4. yeah...lecker barbecue...herrlich!
    können leider nicht kommen gringo...leider fällt der Termin von deinem bruder in eine scheiß zeit für mich!...zu viele leute im urlaub und andere musikverpflichtungen stehen an....sorry...lass dich weiter nicht unterkriegen und immer schön taxi fahren ;-)

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  5. ...ui, also irgendwie dachte ich auch erst "ekelig", aber ne Mischung aus Huhn und Kaninchen kann doch nur super gut schmecken :) die Haut war bestimmt schön Kross und dann mit Erdnusssouße, jummi :D

    Viel krasser finde ich die Story um Stefan :/ Heinrich erzählte mir da vorgestern schon von als wäre er selbst dabei gewesen ;) echt krass - pass gut auf dich auf, Gringo :)

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