Sonntag, 21. März 2010

Mitad del Mundo - Die Äquatorlinie














Ungeplant, aber gerade heute am 21. März haben wir die Äquatorlinie besucht (ca. 20 km nördlich von Quito). Nur an diesem Tag und am 23. September herrscht hier die Tagundnachtgleiche. Die Sonne geht um 6 Uhr auf und um 18:00 Uhr unter. Der Bildpunkt der Sonne läuft genau den Äquator entlang (gen. Frühlingsäquinoktum; vorher verläuft sie auf der Südhalbkugel, später auf der Nordhalbkugel. In der Heimat der Frühlingsanfang). Gegen Mittag stand die Sonne exakt senkrecht. Für eine kurze Zeit warf man überhaupt keinen Schatten mehr.
Auf Bild 1 ist das Monument zu sehen, dass auf die Stelle hinweist, die eine spanisch-französische Expedition im Jahre 1744 als die Äquatorlinie festmachte. Heute kann man mittels GPS nachweisen, dass sie sich damals lediglich um 180 m verrechnet haben.






















Auf der exakten Äquatorlinie (Bild 2) wurde uns u.a. ein Experiment gezeigt. Ich hielt es immer für ein Gerücht, dass sich Wasser beim Abfließen auf der Nord- und Südhalbkugel andersherum dreht. Mit einer Wanne wurde das Wasser zuerst auf der Linie abgelassen. Es bildete sich gar kein Strudel, es floss gleichmäßig ab. Anschließend wurde die Wanne einige Meter auf die Südhalbkugel verfrachtet und der Vorgang wiederholt. Es bildete sich ein Strudel der im Uhrzeigersinn drehte; danach auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Ich hab das ganze auf Video aufgenommen und kann auch nach dem 5. Mal anschauen keinen Trick erkennen...

Angeschlossen war ein Museum für ecuadorianische Geschichte. Dort wurden uns unter anderem echte Schrumpfköpfe gezeigt. Einige entlegene Stämme praktizieren dies heute noch. Es wurden nur Köpfe von wichtigen Leuten des Dorfes verwendet; oder die von Feinden zur Abschreckung. Auf Bild 3 ist eine kleine Anleitung zur Herstellung aufgezeichnet. Die Kräuter, die bei Schritt 6 zur Konservierung mit in den Kessel kommen sind geheim ;-)
Seiner geballten Faust soll man angeblich die Größe seines eigenen Schrumpfkopfes erkennen können.













Auf dem Rückweg bot sich mal wieder ein bizarres Wolkenspiel. Der Großteil des Dorf im Hintergrund verschwindet völlig in den Wolken (Bild 4). Weil wir die Zeit mal wieder vergaßen, war es beim Erreichen der Stadtgrenzen Quitos stockduster.
Praktischerweise können sich meine Mitbewohnerinnen und ich uns gut ergänzen. Ohne eingigermaßen gute Spanischkenntnisse würde ich nirgends hin und zurück kommen - ohne männliche Begleitung wäre die Fortbewegung im Dunkeln für sie weitaus riskanter. Im Bus und Taxi und vor allem zu Fuß.














Morgen (Montag) geht der Spanischkurs los, also bis zum Wochenende keine interessanten Touren / Berichte mehr...

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